Höre ich da Hochzeitsglocken klingen?

Das  ist meine Ausrede, meine lieben Leute: ICH HEIRATE! Jawohl. Ich habe JA gesagt und zwar am 06. November 2014 um 12:09 Uhr. Warum ich das so genau noch weiß? Dazu gibt es eine Geschichte. Die Geschichte meines Heiratsantrages:

Sri Lanka. Für eine Woche. Ich habe mal wieder meinen Willen bekommen und wir haben Ultra Last Minute gebucht. Folglich waren wir die ersten beiden Tage erst einmal platt. Das Wetter war konstant warm – jedoch bewölkt. Genau richtig für uns, da wir die Hitze mit praller Sonne im Rücken sonst nicht gepackt hätten. Am 06. November kam die Sonne heraus und es war perfekt, um Fotos zu machen. An diesem Tag kam unser allererstes „Follow Me“ Bild zu Stande.

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Wir hatten unheimlich viel Spaß! Er ist viel lieber hinter, statt vor der Kamera. Mir macht das wie nichts aus, bin ja zugegebenermaßen etwas selbstverliebt! Lach. Tja, dann auf einmal fanden wir einen netten Platz am Meer. Ein Steg aus Steinen, als eine Art natürlicher Wellenbrecher.  Und hier hat er mich gebeten sein Model zu spielen (das fand ich so witzig und hab übertrieben mitgespielt) und bei einer Pose musste ich in die Weite des Meeres blicken und so verharren. Mir war das etwas zu blöd, die Pose war nervig und als ich mich nach rechts umgedreht habe, kniete er halb da, vor mir. Naja ob er wirklich richtig gekniet hat, das weiß ich leider nicht mehr genau. Außerdem sind die Steine schon sehr kantig gewesen. Vielleicht war er auch in der Hocke? Er machte die Ringschatulle auf. Ein gelbgoldener, sehr filigraner Ring mit weißen kleinen Saphiren und einem großem Saphir in der Mitte, lächelten mich an. Wie dem auch sei, ich war einfach erst einmal sprachlos. Nein, ich habe nicht angefangen zu weinen. Ich starrte den Ring an.

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Ich habe auch nicht geschrien:“Ja, ja, ja, ich will!“. Ich war wirklich einfach nur sprachlos. Auf einmal spielte sich mein Leben vor mir ab, das Leben das meine „Zukunft“ sein konnte. Ich sah mich immer älter werden, die Kinder wuchsen und wuchsen und irgendwann waren wir beide alt. Vielleicht klingt das für euch bescheuert, aber ich hatte mit einem Mal unglaubliche Panik. Mein Liebling hat es mir natürlich sofort angesehen. Ich spürte sein Unbehagen. Er fragte, ob das der falsche Zeitpunkt wäre. Ob mit mir alles in Ordnung wäre.  Ob ich denn JA sagen will? Und immer noch sah ich den Film, den Film meines Lebens – meiner Zukunft. Ich wollte fast Nein sagen. Irgendwie war ich nicht bereit. Dann sah ich in seine Augen, sie waren unendlich traurig.

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Während ich das hier jetzt abtippe, kommen mir gleichzeitig die Tränen. Kennt ihr das Gefühl, wie als ob jemand euer Herz zusammendrückt? So kam es mir vor. Ich wehrte mich gegen mich selbst. Gegen meine Vorstellungen, Ideale, Träume, Wünsche, Bilder – in denen er nicht vorkam. Das ist nämlich mein alternatives Leben – das Leben, das ich gehe. Und zwar alleine. Ohne ihn. Wenn ich Nein sage.

Es kostete mich so viel Kraft. Ich sagte:“Ja, natürlich will ich dich heiraten. Es ist nur so überraschend. Du bist doch sonst gar nicht so romantisch. Gib mir ein paar Momente Zeit mich zu fassen, okay?“ Und er ließ mich. Gab mir Freiraum. War da und reichte mir die Hand, ich legte meine in seine. Wir gingen den Steg zum Hotel zurück. Den Ring trug ich an meinem Finger. Der Urlaub war schön, aber ich kam verändert nach Hause.

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Es vergingen noch viele Wochen danach, bis ich mich daran gewöhnte. Was ein einfaches JA -zwei Buchstaben- ein kurzes Wort so verändern kann. Die Macht des Ja Worts schlug mir mit aller Kraft in den Magen.

Was mir letztendlich die Kraft gab, nein, MUT? Das Bild von uns beiden, das ich sah, als wir alt waren. Ich mein, welche Paare sehen sich schon in 50 Jahren? Oder stellen sich so was Merkwürdiges schon vor? Nicht aus Spaß! Im Ernst! Man lebt doch im Hier und Jetzt! Doch ich habe mich entschieden, herauszufinden, ob wir beide wirklich so aussehen werden. Ob unsere Kinder wirklich größer werden wie ich. All das Alles. Das will ich mit ihm. Weil ich ihn liebe.

PS: Und jetzt weiß ich es auch schon besser. Man ist für gewisse Dinge NIE bereit. Man muss einfach springen – ins Ungewisse. Oder jemand gibt dir einen Schubs. Aber am Besten springst du einfach. Das Leben kann nämlich auch NOCH schöner sein, wenn man sich traut!

Pps: genau heute in einem Monat ist es dann schon soweit!

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